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Hallo Leute, ab jetzt gibt es auch die Möglichkeit in Blogeinträgen Videos einzubetten. Viel Spaß damit.

Blogvideo: 

Ticket-Abnahmepflicht beim Award

Heute ist ein Sch***-Tag für mich. Eine kleine Welt ist da zusammengebrochen, für die ich lange gekämpft und an die ich (offenbar zu lange) geglaubt habe. Die Welt heißt "Bandnet-Veranstaltungen ohne Zwangskarten".

Was ist passiert?

Heute, mit dem Anmeldestart für den Bandnet Award 2009, musste ich nach langen Diskussionen mit Ovid, der als eigenständiger Veranstalter für die Bandnet-Konzerte verantwortlich zeichnet, mein OK dazu geben, dass es für die Vorrunde des Bandnet Award 2009 Mindestabnahmepflicht gibt. 25 Tickets muss jede Band mindestens abnehmen; wer das nicht schaffft, zahlt drauf.

Warum tut das so weh?

Ganz einfach:

  1. Das Bandnet hat sich immer als Plattform zur Nachwuchsförderung verstanden. Das ist auch heute, nach fast 11 Jahren so. Das heißt zwingend, dass teilweise junge, frisch geschlüpfte Bands auf dem Award spielen, die nicht notgedrungen so etwas wie eine Fan-Gemeinde aufweisen. Zwangskarten sind für diese Bands die Hölle, denn schlimmstenfalls heißt das draufzahlen. Stichwort "pay to play". Das hat mit Nachwuchs*förderung* dann nicht mehr so viel zu tun.
  2. Ich habe mich immer über Startgelder oder Registrierungsgebühren bei Wettbewerben geärgert. Das ist eine reine Gelddruckmaschine. Auch Mindestabnahmepflichten sind mir ein Greuel, weil die Zuschauer dann eben nicht mehr nur wegen der guten Musik kommen, sondern weil die Bandleute als "Klinkenputzer" ihre Karten an den Mann/an die Frau bringen *müssen*. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack.
  3. Hamburg ist eine Stadt mit so wahnsinnig vielen guten Bands - eigentlich eine Garantie für eine lebendige Konzert-/Live-/Gig-Szene. Aber es gibt viel zu wenige Locations; und die wenigen, die es gibt, wollen bzw. müssen entweder immer mehr verdienen oder schrammen haarscharf an der Einstellung des Geschäftsbetriebs entlang. Das führte in den letzten Jahren dazu, dass die meisten Clubs auf "pay to play"-Modelle jedweder Art umgestellt haben. Einfach mal ein schönes Konzert spielen? Vorbei. Ich hätte mit dem Bandnet Award gerne diese Bastion gehalten und auch weiterhin einen free-to-play-Award gesehen. Der Traum ist ausgeträumt.

Woran liegt das dann nun eigentlich - und: bei wem darf ich mich bedanken?

Jetzt kommt der Punkt, wo ich dann Dampf ablassen muss. Hier ein Zitat aus den Teilnahmeinformationen zum Bandnet Award 2008:

"Zwangskarten für die einzelnen Veranstaltungen gibt es ebenfalls nicht. Alles in allem eine unverbindliche Sache für alle teilnehmenden Bands. Denn beim Bandnet Award geht es um Musik auf der Bühne und den Spaß an der Sache, nicht um gestresste Bandvorverkäufe und Verwaltungsgebühren... Dennoch kann ich mir einen Seitenhieb auf Bands, die keine oder eine Karte vorab verkaufen, nicht ersparen: Natürlich sollten die Bands ordentlich Karten verkaufen. Denn nur, wer bei zwangsgebühren- und zwangskartenfreien Events Tickets verkauft, darf sich nicht irgendwann beschweren, dass es nur noch pay-to-play gibt!"

Tja, das war Ende 2007. Die Bandnet Award 2008 Vorrunde kam. Insgesamt gab es von 26 Bands in der Vorrunde sechs, die die freiwillig zur Verfügung gestellten Tickets in dem ungeöffneten Umschlag mit zum Konzert brachten. Weitere vier Bands haben *eine* Karte verkauft. Weitere drei Bands haben Tickets im einstelligen Bereich verkauft. Die übrigen Bands haben dafür mehr Leute mitgebracht, und damit einen Komplett-Absturz der Gesamtveranstaltung verhindert. Bedankt euch also bei den Bands, die im gleichen Monat noch auf einem oder zwei Konzerten mit Zwangskarten spielen, die Tickets dann alle verkaufen und bei der einzigen Veranstaltung *ohne* Abnahmepflichten dann keine verkaufen. So bekommt man die nämlich garantiert kaputt. Sehr ärgerlich und vor allem: Am Ende haben sich diese Bands selbst geschadet.

Gegenfrage: Warum erst keine Zwangskarten verlangen und sich dann hinterher beschweren, dass nicht genug verkauft wurden?

Eine gute Frage, falls sie jemand stellen sollte. Ich bin ein hoffnungsloser Optimist. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Bands das Entgegenkommen bei den Teilnahmekonditionen als etwas Partnerschaftliches wahrnehmen. So nach dem Motto:

"Das Bandnet ist super. Die einzige Sache ohne Zwangskarten. Lass uns denen zeigen, dass wir das zu schätzen wissen. Wir machen einfach da die bude voll und boykottieren pay-to-play."

Ich habe mich da geirrt (es gibt aber Ausnahmen!). So etwas wie eine gute Idee, eine Vision oder einfach nur eine nette Geste zu würdigen, gibt es immer seltener bei Musikern. Meine ganz subjektive Meinung. Den Grund kenne ich nicht. Vielleicht hat es etwas zu tun mit der Annahme, Erfolg käme heutzutage von alleine, da könne man schon mal jetzt anfangen, auf andere zu verzichten.

Fakt ist, dass die Veranstaltungen Geld kosten - egal. wie viele Gäste zum Konzert kommen. Fakt ist auch, dass die Konzerthallen sich kaum noch aus den Eintrittsgeldern finanzieren; die setzen vor allem auf den Getränkeverkauf, da die Margen dort relativ hoch sind (Ich sage nur pro Bier 3,- EUR). Bringt eine Konzertreihe wenig Publikum, zahlt der Veranstalter erst drauf (Miete, Catering, Werbung, und - nicht vergessen - unbezahlte Arbeitszeit); dann wird sie von der Konzerthalle abgesetzt. Das scheint einigen Bands immer noch nicht einzuleuchten.

Das ist das Ende dieser Geschichte. Freue mich ausdrücklich über eine ausschweifende Diskussion!

Der Stephan
(der vom Bandnet)

P.S.: Nochmal ausdrücklich. Ich bin nicht der Veranstalter des Bandnet Award (das ist Ovid von oh!events). Ich bin auch nicht finanziell an Gewinnen oder Verlusten beteiligt. Ich bin aber als Inhaber der Markenrechte entscheidungsberechtigt, wenn es um Fragen wie Teilnahmebedingungen geht. Daher stehe ich hier etwas zwischen den Stühlen.

Ein kleiner Fratz

Ich weiß, ist nicht die Baustelle von den meisten Bandnet-Nutzern. Wollte aber doch auch hier kurz Bescheid sagen, dass ich seit Montag Vater von einem kleinen Jungen bin - Luis. Seine Schwester Charlotte (fast 2) freut sich fast so doll wie ich.

Wenn es also mal einen Tag länger dauert, bis ich reagiere - stellt euch einfach mich mit 2 Milchflaschen, mit 2 vollen Windeln in der Hand und im Hintergrund Höllengeschrei vor, E-Mails schreibend.

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